Frei- und Fahrtenschwimmer

NL-Superbiker räumten ab - Tabellenführung für Buell – Starke Neue

Das jährliche Sound of Thunder-Rennen in Assen ist immer ein Highlight für alle Beteiligten: Für die Piloten der Sportbike Masters, der einzigen SoT-Meisterschaft auf dem europäischen Kontinent, aber auch für die niederländische Ducati-Szene. Die ist beispielhaft engagiert, nicht nur bei den Ducati Clubraces, sondern auch in der holländischen Superbike-Meisterschaft. Das war sie schon und noch, bevor Ducati mit der 1098 wieder ein kompetitives Superbike hinstellte, und jetzt ist sie esallemal.



Das bekamen die Sound of Thunder-Racer schon im Zeittraining zu spüren: Fahrer wie Ronald ter Braake oder auch Ghisbert van Ginhoven, die auch schon in der IDM aufgegeigt haben – und noch so einige mehr – nutzten all ihre Streckenkenntnis und Desmo-Power und flogen in einer Liga für sich.Konnten alle Beteiligten das am Freitag und Sonntag noch bei eitel Sonnenschein tun, so deutete sich am Renntag bereits morgens Regen an, und gegen Mittag kannte der Himmel kein Erbarmen mehr. Die Rennleitung übrigens auch nicht: Eine Einführungsrunde war schon knapp, aber angesichts der Fluten wäre eine warm Up-Lap eine nette Geste im Dienste der Sicherheit gewesen, doch letztlich ergab sich auch das von selbst: Nach zwei Runden wurde bereits abgebrochen und ohne Wertung der beiden ersten Runden neu gestartet – und damit gab es sogar mehr als zwei Warm Up laps, dafür aber ein auf 8 Runden verkürztes Rennen. In diesem schossen Ronald ter Braake und Ghisbert van Ginhoven als Ter Brake und van Ginhoven (beide 0 R) führen das Feld an.

Erste in Front, doch Ghisbert kam nur vier Runden weit, und Marco Ophej, sonst in der niederländischen SBK unterwegs, schob seine KTM RC 8 auf Rang 2. Nicolai Sörensen (DK) auf JSB-Ducati verbesserte sich in der Folge auf Platz 3, doch den steilsten Aufstieg legte Julius Ilmberger mit seiner Buell 1125 R hin. Von Platz 9 ins Rennen gegangen, fightete er sich beharrlich vor bis auf den vierten Platz. Dabei ging er auch vorbei an Julius Ilmberger bescherte Buell die erste Tabellenführung in der Sound of Thunder.



Damian Cudlin auf der Kalex, der bereits auf Platz 4 lag, als die Kalex überhitzte und Cudlin zwang, mit Platz 6 zurückzustecken. Martin Kratzer fuhr mit seiner 1098 R ein konstantes Rennen und kam so ein, wie er losgefahren war: als Achter.

Um Platz 10 balgten sich derweilen der belgische Aprilia-Fahrer Kris Jennes, Ralf Lammers vom Team Amicizia und der Brite Paul Noble, beide auf Ducati. Jennes behielt zum Schluss knapp die Oberhand vor Lammers, der von Startplatz 17 kam, Noble kam nicht ganz mit und musste sich mit Platz 12 zufrieden geben. Sowohl Jennes wie auch Noble werden heuer noch weitere SoT-Läufe in Deutschland bestreiten.Ralph Schädel bezwang den im Training schnelleren Boris Deissler und fuhr auf Platz 15, Boris wurde 17. – immer noch weit vor Jens-Peter Bonse, der mit seiner Mille die Big Banger-Ducati von Bjarne Jensen und Jürgen W. Hillenbrand hinter sich ließ. Christoph Dachselt (Daxmax-Honda), Niclas Danielsen (DK/Ducati) und Thomas Hirsch (uno-Suzuki TL 1000) belegten die Plätze 27 bis 29.

Gar nicht zum Zuge kam Andreas Newiger, nach einem Sieg und einem zweiten Platz in Schleiz der Tabellenführende. Weil er auf der nassen Strecke kein Gefühl für den Grip bekam, trat er bereits zum Restart nicht an und ließ auch das zweite Rennen aus. Damit war er immerhin schon ein bisschen weiter gekommen als Titelverteidiger Jan Lüssen, dessen 1098 R bereits im Training die Flügel gestreckt hatte. Gar nicht mit dabei war Malte Siedenburg, in Schleiz noch in der Spitzengruppe: Ein kapitaler Motorschaden in Bremerhaven legte eine Rennpause nahe. Im zweiten Lauf hielt van Ginhovens 1098 R, doch bei allem Druck kam ihr Fahrer nicht vorbei an Ronald ter Braake, der somit den zweiten Lauf an diesem Tag gewann.

Kris Jennes (B) gab einen achtbaren Einstand mit zwei achten Plätzen.

Damian Cudlin auf Kalex: Leistungsverlust nach Überhitzung in Lauf 1.


Probleme hatte dagegen KTM-Fahrer Ophej, der ausfiel und so Rang 3 freimachte für Nicolai Sörensen. Platz 4 ging an Peter Greven (NL/Ducati).

Im Pulk der Punkterechtigten (im Ausland bekommen nur Serienstarter und Teilnehmer zumindest eines weiteren SoT-Laufes Punkte) blieb hingegen kein Stein auf dem anderen. Martin Kratzer zog vorbei an Julius Ilmberger, und Paul Noble ließ beide stehen und mit einem 5. Platz aufhorchen. Kris Jennes schaffte den Anschluss und Platz 8, als er noch in der letzten Runde an Lex van Dijk auf der Kämna Demon 2 V vorbeizog Nach einem Abflug im ersten Lauf hielt sich Lars Engel vom Italian Bike Store auf der Strecke und holte Rang 15 vor Ralph Schädel, der Boris Deissler, Christoph Dachselt und Jens-Peter Bonse hinter sich ließ. Jürgen W. Hillenbrand fuhr im Blindflug auf den 24. Platz – Visier angelaufen.

Damit ergibt sich in der SoT-Tabelle der Sportbike Masters eine überraschende Situation an der Spitze. Die hat jetzt nämlich Julius Ilmberger auf der brandneuen Buell übernommen, knapp vor Martin Kratzer auf der 1098 R und Andreas Newiger auf 999 R. Und mit dem Belgier Kris Jennes und dem Briten Paul Noble ist der Pulk an der Spitze um zumindest zwei schnelle Leute angewachsen. Das wird also spannend - nicht nur bei den Masters of Speed am 14./15. Juni am Eurospeedway, sondern auch beim Festival ITALIA am 28./29. Juni in Oschersleben.